Von Jimdo zu WordPress umziehen, ohne bei Google abzustürzen

Website-Umzug von Jimdo zu WordPress – Praxis-Leitfaden von vis2lead.org

Der Umzug von Jimdo zu WordPress steht bei vielen kleinen Betrieben irgendwann an: Mit der Jimdo-Seite stößt man an eine Grenze – Das Design lässt sich nicht so bauen, wie man will, Erweiterungen fehlen, und beim Thema Suchmaschinen kommt man nicht weiter. Dann fällt oft der Satz: „Wir müssten eigentlich von Jimdo zu WordPress wechseln.” Und gleich danach die Angst: „Aber verlieren wir dann nicht unsere Google-Platzierungen? Und funktionieren die E-Mails noch?”

Die gute Nachricht: Ein sauberer Umzug kostet dich weder deine Rankings noch deine E-Mails. Aber er hat ein paar Stellen, an denen man leicht Fehler macht, die man erst Tage später merkt. Genau diese Stellen zeige ich dir hier. Ich habe solche Umzüge schon durchgezogen und schreibe das auf, wie ich es einem Kunden erklären würde: in Klartext, ohne dass du Informatik studiert haben musst.

Wenn du danach sagst „Das mache ich lieber nicht selbst”, ist das völlig in Ordnung. Am Ende findest du einen Link, über den du dir einen Termin bei mir holen kannst.

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Umzug von Jimdo zu WordPress: die eine Regel, die alles entscheidet

Merke dir zuerst diesen Satz: Deine Domain bleibt. Es wechselt nur, wer sie verwaltet.

Deine Internetadresse (zum Beispiel deine-firma.at) zieht nicht wirklich „um”. Sie bekommt nur einen neuen Verwalter, weg von Jimdo, hin zum neuen Anbieter. Fachleute nennen das einen Domain-Transfer. Für Google ist das der freundlichste Fall überhaupt: gleiche Adresse, gleiche Unterseiten, kein Neuanfang.

Und daraus folgt die zweite wichtige Regel: Baue die neuen Seiten unter denselben Adressen wie vorher. Wenn deine Preisseite bisher unter deine-firma.at/preise liegt, dann soll sie das auch nachher tun. Bleiben die Adressen gleich, bleiben auch die Google-Bewertungen dieser Seiten erhalten. Das ist der halbe Erfolg.

Warum die Reihenfolge über Erfolg oder Chaos entscheidet

Ein Umzug scheitert selten am Können. Er scheitert an der Reihenfolge. Wer zuerst die Domain umzieht und dann erst die neue Seite baut, steht plötzlich mit einer toten Website und abgeschalteten E-Mails da. Deshalb arbeite ich immer nach diesem Grundsatz:

Erst alles vorbereiten und fertig bauen, dann in wenigen Minuten umschalten.

So sieht die Reihenfolge aus, die sich bewährt hat:

  1. E-Mails sichern
  2. Neue Seite fertig bauen (noch nicht öffentlich)
  3. Alles vorab prüfen
  4. Domain umziehen und E-Mail-Postfach neu einrichten
  5. Seite scharf schalten
  6. Für Google sichtbar machen (als allerletzten Schritt)

Gehen wir die Schritte durch.

Schritt 1: Erst die E-Mails retten

Das ist der Schritt, den fast alle vergessen und den man nur einmal falsch machen muss. Sobald die Domain umzieht, schaltet der alte Anbieter das E-Mail-Postfach ab. Alles, was nicht vorher gesichert ist, kann verloren sein.

Deshalb: Bevor irgendetwas anderes passiert, sichere das komplette Postfach lokal auf deinen Rechner, samt aller Ordner, nicht nur dem Posteingang. Ein Detail aus der Praxis: Verlass dich nicht auf das, was du auf einen Blick siehst. Es ist mir schon passiert, dass ein Ordner „leer” aussah und in Wahrheit tausende gesendete Nachrichten enthielt. Die Regel lautet: am Postfach nachzählen, nicht dem ersten Eindruck vertrauen.

Wenn du magst, räum bei dieser Gelegenheit gleich auf und melde dich von echten Newslettern ab, die du nicht mehr brauchst. Aber Finger weg von echtem Spam: Dort auf „Abmelden” zu klicken bestätigt nur, dass deine Adresse aktiv ist.

Schritt 2: Die neue Seite fertig bauen, bevor jemand sie sieht

Die neue WordPress-Seite baust du in Ruhe fertig, während die alte Jimdo-Seite noch ganz normal online ist. Kein Besucher merkt etwas.

Ein paar Punkte, auf die ich dabei achte:

  • Gleiche Adressen wie vorher. Damit die Rankings mitkommen.
  • Genau eine Hauptüberschrift pro Seite, plus Seitentitel und kurze Seitenbeschreibung für Google.
  • Bilder mit Alternativtext und festen Größen, damit beim Laden nichts springt.
  • Datenschutz von Anfang an mitdenken: Schriften direkt von deinem eigenen Server laden statt von fremden Diensten, Videos erst nach einem Klick des Besuchers laden, kein Tracking ohne Einwilligung. Das erspart dir später Ärger und Nachbesserungen.
  • Kontaktformular so einfach wie möglich, mit einer unsichtbaren Spam-Falle statt eines nervigen Rätsels für den Besucher.

Für WordPress reicht ein schlanker, bewährter Werkzeugkasten: ein SEO-Helfer, ein Formular-Werkzeug, ein Weiterleitungs-Werkzeug. Mehr braucht eine normale Firmen-Website selten.

Schritt 3: Vorab prüfen, und zwar alles

Bevor umgezogen wird, gehe ich jede Seite durch, nicht nur eine Stichprobe. Denn genau in der einen Seite, die man nicht anschaut, steckt oft der Fehler. Geprüft wird unter anderem:

  • Lädt jede Seite fehlerfrei?
  • Ist die Seite am Handy ohne seitliches Verschieben lesbar?
  • Sind alle Bilder da, kein einziges kaputt?
  • Stimmen die Kontaktdaten überall?
  • Gibt es keine Reste der alten Seite mehr im Hintergrund?

Ein zweites Augenpaar hilft hier enorm. Ich lasse mir meine eigene Einschätzung gern von einer unabhängigen zweiten Prüfung gegenlesen. Genau so ist mir bei einem Umzug ein Fehler aufgefallen, den ich selbst übersehen hatte. Dazu später mehr.

Schritt 4: Der Umzugstag

Jetzt geht es zügig. Beim alten Anbieter forderst du einen Transfercode an (oft „Auth-Code” genannt). Mit diesem Code beauftragst du beim neuen Anbieter den Umzug der Domain. Wichtig: Wähle dort wirklich „umziehen” und nicht „neu kaufen”. Das sind zwei verschiedene Dinge, und nur „umziehen” ist richtig.

Bei den gängigen Endungen dauert der Umzug meist nur Minuten. In dieser kurzen Zeit kann die E-Mail einmal kurz nicht erreichbar sein, das ist normal und eingeplant.

Direkt danach richtest du das E-Mail-Postfach beim neuen Anbieter neu ein und prüfst mit einer Testmail von außen, ob wirklich etwas ankommt. Ein schöner Moment ist immer, wenn die erste echte Geschäftsmail im neuen Postfach landet, dann weiß man: Es läuft.

Schritt 5: Scharf schalten, in der richtigen Reihenfolge

Jetzt kommt die neue Seite ans Netz. Auch hier zählt die Reihenfolge:

  1. Zur Sicherheit ein komplettes Backup ziehen.
  2. Den Passwortschutz der Baustellen-Seite entfernen.
  3. Pflichtangaben eintragen (dazu gleich mehr).
  4. Alle Weiterleitungen testen.
  5. Und ganz zum Schluss: die Seite für Google sichtbar machen.

Der letzte Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten falsch gemacht.

Der Klassiker unter den Fehlern: Google sperrt sich selbst aus

Während du die neue Seite baust, ist sie mit einem unsichtbaren Schild versehen: „Liebe Suchmaschinen, bitte ignoriert mich noch.” Das ist auf der Baustelle richtig so. Aber wenn du dieses Schild beim Livegang vergisst zu entfernen, passiert etwas Fatales: Deine schöne neue Seite wird von Google nach und nach aus dem Index geworfen. Du bist plötzlich unauffindbar, und niemand weiß warum.

Deshalb ist „für Google sichtbar machen” der allerletzte Schritt, und danach prüfe ich sofort, ob das Schild wirklich weg ist. Diesen einen Haken zu vergessen hat schon Firmen wochenlang Sichtbarkeit gekostet.

Pflichtangaben nicht vergessen

Beim Neuaufbau gehen gern die rechtlichen Pflichtangaben unter. Prüfe, dass dein Impressum vollständig ist, mit allem, was zu deinem Betrieb gehört, und dass die Datenschutzerklärung aktuell ist. Das gehört zum Umzug dazu und ist schnell erledigt, wenn man es auf dem Zettel hat.

Und jetzt die Stolperfallen, die kaum jemand kennt

Bis hierher war es Handwerk. Jetzt kommen drei Dinge, über die man erst stolpert, wenn man mitten drin steckt. Genau die machen den Unterschied zwischen „hat geklappt” und „warum geht das jetzt nicht?”.

Stolperfalle 1: „Bei mir sehe ich noch die alte Seite”

Nach dem Umzug rufst du deine Seite auf, und es kommt trotzdem noch die alte. Panik? Nein. Das ist fast immer nur ein Zwischenspeicher.

Das Internet merkt sich für eine gewisse Zeit, wo eine Domain zu finden ist. Dein Internetanbieter, dein Handynetz, sogar dein Router haben diese alte Notiz noch gespeichert. Ein privater Browser-Tab hilft dabei nicht, denn der leert nur den Browser, nicht die Notiz deines Anbieters.

Das Gute: An der Quelle ist längst alles richtig. Es dauert nur, bis sich die Notiz überall erneuert, in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen. Du kannst das selbst testen, indem du auf deinem Handy den Internet-Namensdienst kurz auf einen frischen, öffentlichen Dienst umstellst, oder eine kostenlose Seite wie einen „DNS-Checker” nutzt. Dort siehst du dann, dass die meisten Standorte schon die neue Seite anzeigen. Erzwingen lässt sich das nicht, man muss die Caches ablaufen lassen. Wer das nicht weiß, dreht am Umzugstag durch, obwohl alles in Ordnung ist.

Stolperfalle 2: Manche Baukästen lassen dich nicht ins Fundament

Moderne, gemanagte WordPress-Pakete nehmen dir viel Arbeit ab, sperren dafür aber bestimmte technische Grundeinstellungen ab. Konkret ist mir passiert, dass sich eine zentrale Konfigurationsdatei nicht bearbeiten ließ, obwohl das Werkzeug „gespeichert” meldete. In Wahrheit wurde nichts geschrieben.

Das merkt man nur, wenn man das Ergebnis danach wirklich von außen prüft, statt der Erfolgsmeldung zu glauben. Meine Lehre daraus: Nach jeder wichtigen Änderung nicht auf die grüne Meldung schauen, sondern die Seite selbst aufrufen und nachsehen, ob die Änderung wirklich wirkt.

Und wenn ein Weg gesperrt ist, gibt es fast immer einen zweiten. In dem Fall habe ich die gewünschte Einstellung (dass jeder Besucher automatisch auf die sichere, verschlüsselte Verbindung geleitet wird) über eine passende, datensparsame Erweiterung gelöst, statt mit dem Kopf gegen die gesperrte Tür zu rennen. Danach sofort geprüft, dass es wirkt und keine Endlosschleife entsteht.

Stolperfalle 3: Die Details, die erst der echte Test zeigt

Ein „funktioniert” ist erst dann wahr, wenn man es wirklich ausprobiert hat. Zwei Beispiele:

  • Das Kontaktformular. Absenden allein reicht nicht. Ich fülle es aus, schicke es ab und schaue dann im neuen Postfach nach, ob die Nachricht tatsächlich ankommt. Erst dann weiß ich, dass ein Kunde dich auch wirklich erreichen kann.
  • Sprache der Systemmeldungen. Viele Werkzeuge zeigen ihre Bestätigung nach dem Absenden auf Englisch an. Auf einer deutschsprachigen Firmenseite wirkt „Thank you for your message” unrund. Solche Kleinigkeiten fallen nur auf, wenn man den echten Ablauf einmal von vorne bis hinten durchspielt.

Deine Kurz-Checkliste zum Umzug

  • Domain bleibt, nur der Verwalter wechselt. Adressen der Unterseiten gleich lassen.
  • Zuerst die E-Mails komplett sichern.
  • Neue Seite fertig bauen und prüfen, bevor die Domain umzieht.
  • Am Umzugstag: Transfercode holen, „umziehen” wählen, Postfach neu einrichten, Testmail von außen.
  • Scharf schalten in fester Reihenfolge, Sichtbarkeit für Google als allerletzten Schritt.
  • Danach: Weiterleitungen testen, Formular mit echtem Versand testen, Impressum und Datenschutz prüfen.
  • Ruhe bewahren, wenn du selbst noch die alte Seite siehst, das ist nur der Zwischenspeicher.
  • Jede Änderung von außen nachprüfen, nicht der Erfolgsmeldung glauben.

Häufige Fragen zum Website-Umzug

Verliere ich beim Umzug meine Google-Platzierungen?

Nein, wenn die Adressen deiner Unterseiten gleich bleiben. Gleiche Adresse und gleiche Unterseiten bedeuten für Google keinen Neuanfang – die Bewertungen bleiben erhalten.

Wie lange dauert der Umzug?

Der eigentliche Domain-Umzug dauert bei den gängigen Endungen meist nur Minuten. Der Aufbau der neuen Seite passiert vorher in Ruhe, während die alte noch online ist.

Was passiert mit meinen E-Mails?

Sobald die Domain umzieht, schaltet der alte Anbieter das Postfach ab. Deshalb sicherst du zuerst alle E-Mails komplett und richtest das Postfach beim neuen Anbieter neu ein.

Habe ich eine Ausfallzeit?

Praktisch keine, wenn die neue Seite vorher fertig gebaut ist. Nur die E-Mail kann während des kurzen Umzugs einmal kurz nicht erreichbar sein.

Kann ich den Umzug selbst machen?

Ja. Mit dieser Anleitung gehst du Schritt für Schritt durch – sie ist bewusst vollständig. Und falls es dir zu heikel wird, übernehme ich es gern für dich.

Fazit

Ein Umzug von Jimdo zu WordPress ist gut machbar, auch für einen kleinen Betrieb, ohne dass du Rankings, E-Mails oder Anfragen verlierst. Der Schlüssel ist nicht Technik-Zauberei, sondern die richtige Reihenfolge und das Wissen um die paar Stellen, an denen es sonst still schiefgeht.

Mit dieser Anleitung hast du alles in der Hand, um den Umzug selbst zu machen – sie ist bewusst vollständig, Schritt für Schritt, ohne ausgelassene Stellen. Und falls es dir am Ende doch zu heikel wird: Dann übernehme ich es gern komplett für dich, von der E-Mail-Sicherung bis zur letzten Kontrolle.

Fragen zum Umzug? Schreib mir – die Ersteinschätzung kostet nichts.

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